Nach einem System-Update freut man sich eigentlich darauf, die neuesten Features der PS5 auszuprobieren oder endlich wieder ins Gaming einzutauchen. Doch statt flüssigem Gameplay erlebt man plötzlich Abstürze, Fehlermeldungen oder die Konsole verweigert komplett den Dienst. Dieses Szenario ist frustrierender als jeder Boss-Fight, aber keine Sorge – es gibt bewährte Lösungswege, die in den meisten Fällen helfen.
Warum Updates manchmal Probleme verursachen
System-Updates für die PlayStation 5 bringen normalerweise Verbesserungen, Sicherheitspatches und neue Funktionen. Allerdings kann es vorkommen, dass während der Installation etwas schiefgeht: unterbrochene Downloads, Stromausfälle oder Konflikte mit bestehenden Daten. Manchmal verträgt sich auch die neue Software nicht optimal mit bestimmten Spielständen oder Cache-Daten. Das Resultat sind dann jene gefürchteten Fehlercodes oder die Konsole startet gar nicht mehr richtig.
Der abgesicherte Modus – dein Rettungsanker
Sony hat für solche Situationen den abgesicherten Modus integriert, eine Art Notfallmodus, der die PS5 mit minimalen Systemfunktionen startet. Hier kannst du verschiedene Reparaturoptionen durchführen, ohne dass störende Hintergrundprozesse dazwischenfunken. Der Zugang zu diesem Modus ist unkompliziert, auch wenn man ihn beim ersten Mal vielleicht etwas ungewohnt findet.
So gelangst du in den abgesicherten Modus
Schalte deine PS5 zunächst komplett aus – nicht in den Ruhemodus versetzen, sondern wirklich ausschalten. Falls die Konsole nicht mehr reagiert, halte die Power-Taste etwa zehn Sekunden gedrückt, bis sie sich ausschaltet. Warte dann mindestens 30 Sekunden, damit sich alle Komponenten vollständig herunterfahren können.
Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Halte die Power-Taste gedrückt und lass erst los, wenn du einen zweiten Piepton hörst. Der erste Piepton kommt nach etwa einer Sekunde, der zweite nach ungefähr sieben Sekunden. Dieser zweite Ton ist dein Signal, die Taste loszulassen. Deine PS5 startet nun im abgesicherten Modus.
Wichtig: Du benötigst jetzt ein USB-Kabel, um deinen DualSense-Controller mit der Konsole zu verbinden. Bluetooth funktioniert im abgesicherten Modus nicht. Sobald du den Controller angeschlossen hast, drücke die PlayStation-Taste, um fortzufahren.
Datenbank neu aufbauen – die erste Lösungsstrategie
Im Menü des abgesicherten Modus siehst du verschiedene Optionen. Die interessanteste für dein Problem ist Datenbank neu aufbauen. Diese Funktion durchsucht die Festplatte deiner PS5 und erstellt einen neuen Index aller gespeicherten Inhalte. Dabei werden keine Spiele, Spielstände oder persönliche Daten gelöscht – es wird lediglich die Datenbankstruktur aufgefrischt.
Der Vorgang kann je nach Datenmenge zwischen wenigen Minuten und einer Stunde dauern. Bei einer voll beladenen 1TB-SSD mit hunderten Spielen braucht das System entsprechend länger. Während des Prozesses solltest du die Konsole auf keinen Fall ausschalten, auch wenn es vielleicht so aussieht, als würde nichts passieren. Hab einfach etwas Geduld.
Was passiert beim Neuaufbau der Datenbank?
Die Datenbank funktioniert wie ein gigantisches Inhaltsverzeichnis. Nach Updates oder bei unsauberen Abschaltungen können Einträge durcheinandergeraten oder beschädigt werden. Die PS5 sucht dann verzweifelt nach Daten, die sie nicht findet, was zu Abstürzen oder Fehlern führt. Durch den Neuaufbau wird dieses Verzeichnis komplett neu erstellt, wobei alle tatsächlich vorhandenen Dateien korrekt erfasst werden. Das System reorganisiert alle Dateien der Konsole und entfernt dabei korrupte oder defekte Einträge.
Wenn die Datenbank-Reparatur nicht ausreicht
Hat der Neuaufbau der Datenbank das Problem nicht gelöst, deutet das auf ein tiefer liegendes Software-Problem hin. In diesem Fall bleibt als nächster Schritt die Neuinstallation der Systemsoftware über USB. Dieser Vorgang ist etwas aufwendiger, aber oft die einzige Möglichkeit, eine schwer beschädigte System-Installation wieder zum Laufen zu bringen.

Vorbereitung für die System-Neuinstallation
Du benötigst einen USB-Stick mit ausreichend Speicherplatz. Dieser muss im FAT32-Format formatiert sein – nicht exFAT oder NTFS. Am Windows-PC kannst du das unter Dieser PC durch Rechtsklick auf den USB-Stick und Formatieren erledigen. Wähle dort FAT32 als Dateisystem aus.
Besuche dann die offizielle PlayStation-Website und lade die vollständige PS5-Systemsoftware herunter. Achtung: Es gibt zwei verschiedene Versionen – eine Update-Datei und eine Reinstallations-Datei. Du brauchst die größere Reinstallations-Datei, die meist über 1GB groß ist.
Erstelle auf dem USB-Stick einen Ordner namens PS5 und darin einen weiteren Ordner mit dem Namen UPDATE. In diesen UPDATE-Ordner kopierst du die heruntergeladene Datei. Sie muss exakt PS5UPDATE.PUP heißen – achte unbedingt auf Großbuchstaben. Die Ordnernamen und der Dateiname müssen komplett in Großbuchstaben geschrieben sein, sonst erkennt die Konsole die Datei nicht.
Die Neuinstallation durchführen
Stecke den vorbereiteten USB-Stick in einen der USB-Anschlüsse deiner PS5. Idealerweise nutzt du einen der USB-C-Ports vorne oder einen der USB-A-Ports hinten. Starte die Konsole dann erneut im abgesicherten Modus, wie oben beschrieben.
Wähle diesmal die Option PS5 neu starten (System-Software über USB-Speicher neu installieren). Die Konsole erkennt automatisch die Installationsdatei auf dem Stick. Folge den Anweisungen auf dem Bildschirm. Dieser Vorgang dauert üblicherweise 15 bis 30 Minuten. Diese Neuinstallation löscht alle Daten auf deiner PS5, einschließlich Spiele, Apps, Spielstände und Einstellungen. Falls du PlayStation Plus nutzt und Cloud-Speicher aktiviert hast, sind deine Spielstände dort gesichert. Sichere unbedingt alles in der Cloud, bevor du mit der Neuinstallation beginnst, oder kontaktiere vorher den PlayStation-Support.
Vorbeugende Maßnahmen für die Zukunft
Damit du solche Probleme künftig möglichst vermeidest, hier einige praktische Tipps. Schalte die PS5 niemals während eines Updates aus. Sorge für eine stabile Internetverbindung während des Download-Vorgangs – am besten per LAN-Kabel statt WLAN. Wenn du die Konsole ausschalten möchtest, nutze immer die Power-Optionen im Menü statt einfach den Stecker zu ziehen. Das Unterbrechen der Stromzufuhr sollte nur als absolute Notfallmaßnahme dienen, wenn die Konsole vollständig eingefroren ist.
Regelmäßige System-Updates sind wichtig, aber wenn du gerade mitten in einem wichtigen Spielfortschritt steckst, kannst du das Update auch auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben. Die PS5 erlaubt es, automatische Updates zu deaktivieren. Manchmal ist es klug, ein paar Tage zu warten und zu schauen, ob andere Nutzer Probleme mit einem neuen Update melden. Eine externe SSD für die wichtigsten Spiele kann ebenfalls sinnvoll sein. So sind zumindest diese Daten separat gesichert, falls das interne System mal Probleme macht. PS4-Spiele lassen sich sogar direkt von der externen SSD spielen.
Wenn nichts mehr funktioniert
Falls auch die Neuinstallation der Systemsoftware keine Besserung bringt, könnte ein Hardware-Defekt vorliegen. In diesem Fall kommst du um eine Kontaktaufnahme mit dem PlayStation-Support nicht herum. Prüfe, ob deine Konsole noch Garantie hat – innerhalb der Garantiezeit übernimmt Sony die Reparatur oder den Austausch kostenlos. Halte dafür die Seriennummer und den Kaufbeleg bereit.
Die meisten Probleme nach System-Updates lassen sich aber tatsächlich mit den beschriebenen Methoden beheben. Der abgesicherte Modus ist ein mächtiges Werkzeug, das Sony genau für solche Situationen implementiert hat. Mit etwas Geduld und den richtigen Handgriffen bringst du deine PS5 in den allermeisten Fällen wieder zum Laufen – und kannst dich dann endlich wieder dem widmen, wofür die Konsole eigentlich da ist: Gaming auf höchstem Niveau.
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